Zum 25. Geburtstag des Turnvereins Eberschütz in 1931

(Für Interessierte das Foto und die Namen der Abgelichteten zum Download)


Aus Dokumenten wie Protokollbüchern oder Fahnen geht hervor, dass bereits im Jahre 1874 ein Gesangsverein und  1741/1895 ein Schützenverein existierte.

Ein Spielmannszug wurde erstmals im Jahre 1906 unter der Leitung von Adolf Kleppe gegründet. Im Laufe der Zeit haben sich die insgesamt heutigen 9 Sparten an den VfB Eberschütz 06/20 e.V. angeschlossen.

Zur Bezeichnung des Vereins 06/20 e. V. bedarf es einiger Erklärungen:
Im Jahr 1906 versammelten sich 20 junge Menschen, um einen Turnverein zu gründen. Von diesen jungen Leuten hatten nur wenige das 20. Lebensjahr überschritten. Man wählte den 1. Vorsitzenden Julius Kechel. Nach Ausarbeitung der Statuten wurden diese der Gemeindebehörde zur Genehmigung vorgelegt. Wörtlich heißt es in der Festzeitschrift 1951 zum 45-jährigen Bestehens des Vereins:

So wie gegen alles Neue, besonders bei den älteren Leuten, eine Abneigung besteht, so war es auch bei dem Unternehmen der jungen Turner.“ Die Gemeindebehörde lehnte den Verein ab. Anschließend wurde eine Abordnung des neu zu gründenden Vereins im Landratsamt vorstellig. Hier brachte man der Sache mehr Verständnis entgegen und durch das Einwirken des Landrats gab dann auch die Gemeindebehörde ihre Zustimmung.
Nun konnte das Turnen beginnen, aber es fehlten die dazu erforderlichen Geräte. Ebenso fehlte es an den nötigen Mitteln, diese Geräte anzuschaffen. Der bereits bestehende Turnverein in Hümme, der die Eberschützer sicherlich zur Vereinsgründung motiviert hat, erklärte sich bereit, dass die Eberschützer ihre Geräte mit nutzen durften. Es war für die Eberschützer bestimmt ein großes Opfer, fast ein Jahr lang zweimal in der Woche nach Hümme zu gehen (heute kaum vorzustellen!). Aber die Begeisterung half über diese Unannehmlichkeiten hinweg.

Nachdem die Hümmer einige Geräte leihweise zur Verfügung stellten, konnte das Turnen endlich in Eberschütz stattfinden. Einige Geräte wurden später käuflich erworben. Der Verein wurde in der Folge dem Weser-Diemelgau angeschlossen. Erfolge bei der Teilnahme am ersten Gauturnen stellten sich schnell ein. Dies war auch die Zeit, in dem unter Leitung von Adolf Kleppe ein strammer Spielmannszug entstand.

Einen großen Förderer hatte der Verein an dem Mitglied und gleichzeitigen Vereinswirt Friedrich Klinge. Er war nicht nur ein guter Berater, sondern auch des Vereins finanzielle Kraft bei der Anschaffung von Geräten. Mit dem geschmückten Leiterwagen hat er die Turner sehr oft zu benachbarten Turnfesten gefahren. Der Fuhrlohn bestand meist darin, dass Klinge den Turnern für ihre Leistungen ein Fass Bier spendete!

Der erste Vorsitzende des Gaues, Herr Wicke aus Lippoldsberg, war ein guter Freund von Klinge. Dieser Freundschaft ist es wohl auch zuzuschreiben, dass 1911 das Gauturnfest in Eberschütz, verbunden mit Fahnenweihe, stattfand. Die kostbare Fahnenschleife trug die Aufschrift: Dem Turnverein Eberschütz, August 1911, gewidmet von den Jungfrauen. Etwa 1000 Turner bevölkerten zwei Tage lang unseren Ort. Mit den erzielten Einnahmen waren alle finanziellen Nöte des Vereins behoben. Einige Namen der besten Turner damals waren: Konrad Hoff, Karl Koch, Konrad Koch, Friedrich Sasse, Friedrich Engelbrecht, Gustav Kleppe, Adolf Kleppe, Wilhelm Scheele und Julius Kechel.

In der Jugendriege wuchs dem Verein ein Tuner heran, der zu den größten Hoffnungen Berechtigung gab. Als dieser erst 18-jährig in die Männerriege eingereiht wurde und am ersten Gauturnen teilnahm, wurden alle Erwartungen übertroffen. Er brachte es fertig, den ersten Preis nach Eberschütz zu bringen. Zum nächsten Deutschen Turnfest in Leipzig brachte dieser junge Turner unserem Verein die Ehre, als Vertreter des Weser-Diemelgaues dorthin entsandt zu werden. Er erwarb sich dort sogar eine Ehrenurkunde. Es war der Schlosser Richard Aschermann. Auf dem Schlachtfeld in Galizien fand er als junger Unteroffizier den Tod. Außer ihm kehrten auch viele der Besten aus dem Krieg nicht mehr zurück. Von den wenigen zurückgebliebenen wurde der Verein während des 1. Weltkrieges aufrechterhalten.

Somit ergibt sich aus der vorgenannten Erklärung zum Vereinsnamen zunächst die Jahreszahl „06“ als Gründungsjahr des Turnvereins Eberschütz.

Bleibt also noch der Zusatz „20“ zu erklären:

Als im Jahre 1919 der Lehrer Gerhold, ein begeisterter Sportsmann, in unseren Ort kam und dem Turnverein als Mitglied beitrat, erhielt derselbe merklichen Auftrieb besonders nach der sportlichen Seite. Neben Faust- und Schlagballspiel und leichtathletischen Übungen wurde besonders das Fußballspiel gepflegt. Nach dem Weltkrieg war überall auf dem Gebiete des Fußballsportes ein sichtbarer Auftrieb zu spüren, und wo ein begeisterter Anhänger dieses Sportes dafür persönlich warb durch aktive Beteiligung, hatte er naturgemäß die gesamte Jugend hinter sich.“ (Original-Zitat)

So verständlich es vom Standpunkt der Vereinsleitung des Turnvereins sein mag, im Interesse des Turnens diese Entwicklung aufmerksam zu verfolgen, so unverständlich war es, wenn sie nun den Versuch machte, das Fußballspiel zunächst zu unterbinden. Das konnte eine zeitlang gut gehen. Doch auf die Dauer ließ es sich nicht eindämmen, denn die Erscheinung war nicht etwa auf Eberschütz beschränkt, es war die Entwicklung des Sportes nach dem Weltkrieg.

So kam es, dass eines Tages nach einem Spiel mit einem Fußball aus Privatbesitz auf dem Sandwurf, einer mit Obstbäumen bestandenen Gänseweide, einige ältere Sportler unterstützt von den Jugendlichen, über den Zusammenschluss aller Sportfreunde in einem neuen Verein berieten. In einer Zusammenkunft im Saale Wilhelm Klode wurde dann im Sommer 1920 beschlossen, einen Sportverein zu gründen. Sein genauer Name sollte in einer erneuten Versammlung nach Werbung neuer Mitglieder festgelegt werden. Inzwischen sollte ein Ball beschafft und sofort mit dem Spielen begonnen werden. Es stand zwar kein ausgesprochener Sportplatz zur Verfügung, man begnügte sich zunächst mit dem Trainieren auf dem Sandwurf. Für Wettspiele stellte freundlicherweise Wilhelm Klode seine Wiese zur Verfügung. Wasserbreite und Dingel waren gleichfalls Aushilfsplätze, auf denen gespielt wurde, jedoch waren bei all denen Schwierigkeiten zu überwinden, besonders bei der Wasserbreite von Seiten der Gemeinde. Wollte sich der Verein, dessen Name auf VfB (Verein für Bewegungsspiele) festgelegt wurde, aufwärts entwickeln, so war unbedingt die Schaffung eines geeigneten Sportplatzes notwendig.

Nachdem die Verhandlungen mit der Gemeindebehörde vergeblich waren, setzte sich der Vorstand des Vereins mit dem Kreisjugendpfleger Dr. Riemann aus Hofgeismar in Verbindung. Zunächst konnte auch dieser keinen Erfolg bei der Gemeinde erzielen. Der Widerstand gegen den jungen Verein war erheblich, jedoch ließen sowohl der Vorstand als auch die Mitglieder in ihrem Bestreben, dem Verein einen Sportplatz zu erstellen, nicht nach.

Um den Willen des neuen Vereins auch nach außen sichtbar zu machen, wurde die Schaffung eines Vereinsbanners in die Wege geleitet. Unter Verwendung der Vereinsfarben blau-weiß wurde von Fräulein Marie Kellermann in mühevoller Arbeit ein neues Banner gestickt. Es zeigte auf der einen Seite den Namen des Vereins mit der Jahreszahl 1920 und auf der anderen einen großen Fußball, alles in weißer Seide auf blauem Grund. Leider ist dieser schöne Banner nach der in 1933 erfolgter Beschlagnahme bis heute nicht mehr auffindbar.

Der Verein fand bald derartigen Zuwachs, dass zwei, sogar drei Mannschaften aufgestellt werden konnten. Es mussten also nun endlich energische Schritte unternommen werden, um zu einem Sportplatz zu kommen. Sowohl der Landrat als auch der Kreisjugendpfleger wurden eindringlich darauf hingewiesen, dass nunmehr der Jugend von Eberschütz durch Beschaffung eines Sportplatzes geholfen werden müsste. Erneute Besichtigung der vorgeschlagen Projekte hatten den Erfolg, dass im Jahre 1922 dem Verein ein Platz zugewiesen wurde.

Erst im Spätsommer 1923 wurde ein Sportplatz an der Diemel fertig gestellt, nachdem ein Jahr zuvor dem Verein das Gelände zugewiesen wurde und ein Teil einer Kastanienallee dem Bau des Sportplatzes weichen musste. Auch damals war es notwendig, dass die Vereinsmitglieder die Arbeiten selbst ausführen mussten. Der Antrag des Vereins auf Bewilligung eines Zuschusses für die unentgeltlich von den Mitgliedern durchgeführten Arbeiten konnte nach dem Schreiben des damaligen Landrates Graf Solms nicht stattgegeben werden (Inflation). In dem genannten Schreiben vom 23.11.1923 würdigte der Landrat ausdrücklich die fleißige und mühevolle Arbeit der Vereinsmitglieder.

Nun war der Weg für den Aufstieg des Vereins frei. Da im Kreis inzwischen andere Vereine ins Leben gerufen wurden, einigten sich die Vertreter von zunächst sieben Vereinen in Immenhausen, einen Kreissportbund Hofgeismar zu gründen. In den alljährlich durchgeführten Serienspielen hat der Verein merkliche Erfolge erzielt.

Einer Anregung von sangesfreudigen Mitgliedern zufolge wurde eine Gesangsabteilung gegründet, nachdem zuvor schon längere Zeit ein Damenchor bestanden hatte. Es wurden Männerchöre, Frauenchöre und gemischte Chöre gesungen und damit die Veranstaltungen des Vereins verschönt. Ferner hatte der Verein im Laufe der Zeit sich eine Bücherei zugelegt und Bildungsabende veranstaltet, die sich einer guten Beteiligung erfreuten.

Die alljährlich am Jahresabschluss stattfindenden Generalversammlungen wählten fast immer wieder den alten Vorstand, insbesondere in steter Folge den ersten Vorsitzenden Karl Trottier und den Kassierer Hermann Schützenmeister. Die stetige Wiederwahl dieser Männer beweist, dass der Verein seine wichtigsten Ämter in den richtigen Händen wusste.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14.08.1927 wurde nach Auflösung des Kreissportbundes der Übertritt des Vereins zum Arbeiter-, Turn- und Sportbund beschlossen. Nach dem Übertritt wurde eine Männerturnabteilung ins Leben gerufen, welcher sich kurz danach eine Damenriege angliederte. An den hervorragenden Leistungen und Erfolgen der Turnabteilung hatte Turnerkamerad Hugo Andre’ wesentlichen Anteil. Erwähnt sei hier, dass die beste Turnerin, Johanna Klode, im Jahre 1931 in Eschwege den 1. Preis der Jugendklasse errang. Die Vereinsstärke erreichte 1930 laut Protokollbuch 72 Mitglieder, davon 20 Jugendliche.

Im Jahr 1931 beging man das 25-jährige Vereinsjubiläum des Turnvereins Eberschütz 1906.

Im Jahr 1932 wurde ein verdientes Mitglied, der langjährige Vereinswirt Wilhelm Klode, zum Ehrenmitglied ernannt. Allen Mitgliedern sollten die fröhlichen Stunden im Lokal Klode unvergesslich sein. Dabei muss der Vollständigkeit halber und auch aus Dankbarkeit seine Ehefrau an dieser Stelle genannt werden, deren gute Küche allen alten Vereinsmitgliedern noch in guter Erinnerung ist. Und es war gut so, dass Einigkeit, Frohsinn und Ernst die Mitglieder vereinten in manch geselliger Stunde, denn bald machte die politisch bewegte Zeit sich geltend und auch die Arbeitslosigkeit brachte Schwierigkeiten für den Verein. Jedoch hielt der Verein allen Stürmen stand, bis er nach seiner letzten Versammlung am 28. März 1933 der Gewalt weichen musste und aufgelöst wurde.

Damit war die 13-jährige Wirksamkeit eines Vereins abgeschlossen, der nur das Beste gewollt und soweit es in seinen Kräften stand, auch erreicht hatte. Diese Erfolge berechtigten und ermutigten viele Mitglieder zu der Hoffnung, dass diese gewaltsame Maßnahme nur eine Unterbrechung sein würde, wie es sich auch bestätigt hat. Am Schluss dieses zwischenzeitlichen Rückblicks ist es notwendig und gerecht, ein verdientes Mitglied noch einmal besonders zu erwähnen, den Lehrer August Gerhold. Er war die lebendige, geistige Triebfeder des Vereins. Selbst aktiver Sportler, hat er keine Mühe und kein Opfer gescheut, das Vereinsleben voranzutreiben, hat mit viel Idealismus und Begeisterung allen Widerwärtigkeiten getrotzt und manche persönliche Unannehmlichkeiten auf sich nehmen müssen. Das soll ihm unvergessen bleiben. Nicht vergessen werden sollen auch die treuen passiven Mitglieder, die unverdrossen jahraus, jahrein den Verein bzw. seine Mannschaften auf ihren Fahrten und Spielen begleiteten und sich ihnen verbunden fühlten. Sie haben damit nicht nur den Eifer der Spieler gefördert, sondern auch dem Vereinsinteresse damit gedient. Das sei ihnen allen an diese Stelle gedankt.

Aus der Geschichte des VfB Eberschütz ist ersichtlich, dass die Spaltung der Turn- und Sportbewegung in zwei Vereine nicht aus politischen Motiven erfolgte. Auch war das Zusammenleben beider Verein im Großen und Ganzen korrekt und ohne wesentliche Spannungen, waren doch lange Zeit hindurch viele Mitglieder des neu gegründeten Sportvereins VfB gleichzeitig Mitglieder des D. T..
Dies fest zu stellen, ist heute sehr wichtig. Erst mit der Verschärfung der parteipolitischen Lage wurden politische Tendenzen in die Vereine getragen oder richtiger ausgedrückt, wurden die beiden Vereinigungen vom parteipolitischen Standpunkt her gesehen. Die Arbeit in beiden Vereinen war rein sportlicher und turnerischer Art und so muss auch hier die Tätigkeit des D. T. nach 1920 gewürdigt werden. Er widmete sich seiner Tendenz nach in der Hauptsache dem Geräteturnen und war somit an den Kämpfen um den Sportplatz nicht unmittelbar beteiligt. Es wurden auch Versuche unternommen, die Leichtathletik und das Ballspiel im Verein zu betreiben, wie aus den Versammlungsprotokollen aus dieser Zeit hervorgeht.

Im Sommer 1925 wurde dem Verein eine Frauenriege angegliedert. Außer dem Geräteturnen pflegten die Turnerinnen mit Interesse und Eifer den Volkstanz. Als Wertmesser für die Leistungen galt in dem D. T. das Deutsche Turn- und Sportabzeichen. Es wurde laut Protokollbuch von den Mitgliedern Karl Stolze, Willi Koch, Rikchen Ritter und Hedwig Schnare erworben.

Auch der Deutsche Turnverein wurde ein Opfer der Zeit. Zwar erschien noch einmal im Jahr 1934 eine Neubelebung möglich, als nach einer groß angelegten Werbewoche eine Anzahl ehemaliger Mitglieder des aufgelösten Sportvereins zusammenkamen und eine Fußballmannschaft gemeldet werden konnte. Doch war es nur ein letztes Aufflackern. Das letzte Versammlungsprotokoll des Vereins ist am 12.12.1934 geschrieben und unterzeichnet von Karl Fehr als 1. Vorsitzenden und Willi Koch als Schriftführer.

Nach Beendigung eines sinnlosen Krieges, der sehr viele Opfer forderte, traf man sich bereits im Sommer 1945, um das Fußball spielen wieder ins Leben zu rufen. Unter Führung von Julius Horbrügger und Karl Lange konnten im Jahr 1945 bereits 10 Freundschaftsspiele absolviert werden. Zu jedem Spiel war eine besondere Genehmigung des amerikanischen Ortskommandanten einzuholen.     

Am 29.12.1945 ließ man dann im Gasthaus Scheele den VfB wieder neu aufleben. Die ehemaligen Vorstandsmitglieder stellten sich erneut zur Verfügung:

1. Vorsitzender Karl Trottier
2. Vorsitzender Heinrich Scherp
Kassierer Hermann Schützenmeister
Schriftführer    Rudolf Riese
Jugendleiter   Fritz Leister

Erfreulich war, dass nach den Leiden des Krieges sich besonders aus den Reihen der Ostflüchtlinge viele Vereinsmitglieder anmeldeten und eifrig am Vereinsleben teilnahmen. Hier zeigte sich die Möglichkeit und Kraft eines Sportvereins, wie er mit seiner sportlichen und kulturellen Vielfalt Freunde menschlich näher gebracht hat.

Zunächst wurde das Fußballspiel mit Eifer und Hingabe gepflegt. Der alte Betreuer der Fußballsparte im früheren VfB, Karl Jäger II, nahm sich der Organisation dieses Sportzweiges besonders an. Es gelang ihm, nacheinander eine erste, eine zweite und eine Jugendmannschaft aufzustellen und auszubilden. Besonders erfreulich war die Jugendmannschaft. Sie kämpfte sich im Jahr 1947 bis zum Kreismeister empor. Eine Damenhandballmannschaft, die es anfänglich ebenfalls zu bemerkenswerten Leistungen brachte, ist leider wieder auseinander gefallen. Dagegen hat das Frauenturnen unter der Leitung des Turnwarts Heinrich Fehr einen erfreulichen Aufschwung genommen. Nicht ganz so erfolgreich war der Versuch, das Geräteturnen der Männer wieder aufzunehmen.

Ebenfalls ausgebaut wurde die kulturelle Schiene des VfB. Im Herbst 1947 gründete der Lehrer Brede eine Chorabteilung und unter Leitung von Franz Slyvinsky gab es eine Laienspielgruppe.

In der Erkenntnis, dass die Leitung des Vereins in die Hände junger Menschen gehöre, betonten die im Jahr 1945 gewählten Vorstandsmitglieder in uneigennütziger Weise, dass sie ihre Ämter sofort zur Verfügung stellen würden, wenn für jüngere Kräfte die Bahn in die Vereinsleitung frei sei. Dieser Zeitpunkt war auf der Jahreshauptversammlung 1949 gekommen. Der gesamte Vorstand von 1945 trat zurück und die Versammlung wählte in die Vereinsleitung als

1. Vorsitzender Adolf Klode
2. Vorsitzender Franz Slyvinsky
Kassierer Kurt Honrath
Schriftführer    Ewald Horbrügger
Jugendleiter   Heinrich Fehr
Technischen Leiter Adolf Brenne

Der jungen Vereinsleitung erwachsen in der Zukunft noch bedeutende Aufgaben. Neben der allgemeinen Förderung und Pflege des Sports wird sie ihre besondere Aufmerksamkeit dem Geräteturnen und der Leichtathletik schenken. Sie wird sich der Verbesserung des Sportplatzes mit Anlage einer Aschenbahn widmen und den Ausbau des Badeplatzes mit Errichtung eines Umkleideraumes und Bootshauses zur Pflege des Wassersports betreiben.

Die Vereinsleitung wird alle diese Aufgaben mit Entschlossenheit und Energie aufgreifen in der Erkenntnis, dass das Werk unserer Jugend gilt, ihrer körperlichen und moralischen Ertüchtigung. Drei weitere Abteilungen vergrößerten die sportliche Vielfalt des VfB: 1949 formierte sich der Spielmannszug neu. Die Abteilungen Tischtennis wurde 1959 und die Schützenabteilung 1961 gegründet.

Am 18. April 1964 war es dann  soweit: Der „Turnverein Eberschütz 1906“ und der „Verein für Bewegungsspiele 1920 e.V.“ schlossen sich zusammen. Der neue Vereinsname lautete:

Verein für Bewegungsspiele 1906/1920 e. V.
                                                                                                                          
Die Vereinsfarben waren weiterhin blau-weiß.

Der frühe Tod von Vereinsvorsitzenden Adolf Klode in 1968 war für den Verein ein großer Verlust. Neu in das Amt als 1. Vorsitzender wurde Herbert Stenda gewählt, der immer bestrebt war, im Sinne der alten Vereinsführung zum Wohle des Sports und der Jugend, weiterzuarbeiten.

Am 05. Mai 1974 fand das 1016. Fußballspiel statt. Es war das letzte Spiel der eigenständigen Fußballmannschaft des VfB.

Eberschütz siegte gegen Liebenau 2:1. Die Abteilung Fußball des VfB und die des SSV Lamerden schlossen sich am 01. Juni 1974 zu einer Spielgemeinschaft zusammen unter dem Namen: „Spielgemeinschaft Diemeltal“, kurz SGD.
Insgesamt weist der VfB Eberschütz heute neun Sparten mit über 400 Mitgliedern auf. Nach dem Zusammenschluss 1964 wurde 1971 die Gymnastikabteilung gegründet und 1987 die Abteilung Tennis. Die jüngste Sparte ist die 1998 entstandene Abteilung Aerobic.
Großen Teamgeist haben die VfB'ler immer dann bewiesen, wenn es galt bauliche Leistungen zu erbringen. Der in den 20er Jahren erstellte Sportplatz wurde 1967 von Grund auf erneuert. Im Jahr 1972 wurde das Umkleidehaus anlässlich des Adolf-Klode-Gedächnisturniers seiner Bestimmung übergeben. 1977 erhielt der Sportplatz eine Flutlichtanlage. Das Umkleidehaus wurde 1978 zu einem Sporthaus mit 8 Luftgewehr-Schiessständen erweitert. 1988 konnten zwei Tennisplätze ihrer Bestimmung übergeben werden.

Die wohl größte Leistung in der Vereinsgeschichte des VfB wurde nach 21 Monaten Bauzeit vollendet: Die Errichtung der DIEMELTALHALLE EBERSCHÜTZ. am 02. September 1994 wurde die neue Sporthalle offiziell eingeweiht. Rechtzeitig zur 950-Jahr-Feier werden auch die Außenanlagen fertig gestellt, so dass man sagen kann: hier im Diemelbogen, an der Stelle wo einst die Kastanien dem Sportplatz weichen mussten, ist eine respektable Sportanlage entstanden. 

Diese Anlage wird reichlich genutzt, für Sportereignisse ebenso wie für kulturelle Veranstaltungen. In 1995 feierten wir das Jubiläum „75 Jahre VfB Eberschütz 06/20 e.V.“, ein Jahr später waren es die Feierlichkeiten zum 90 jährigen Geburtstag in Erinnerung an den 1906 gegründeten Turnverein. 1997 veranstaltete der Heimat- und Geschichtsverein anlässlich der 950-Jahr-Feier im Juli eine Festwoche. Viele Mitglieder dieses jüngsten Vereins in Eberschütz sind auch VfB'ler und haben seither den Heimat- und Geschichtsverein mit Rat und Tat unterstützt.

Der Ort Eberschütz und die Vereinsgeschichte des VfB bilden eine Gemeinsamkeit. Ihre Fortsetzung haben Sie in dem Kreisschützenfest vom 10.-13.August 2001 mit Beteiligung der Abteilung Spielmannszug, die das 90-jährige, und der Schützenabteilung, die das 40-jährige Jubiläum begehen konnte, erleben können. Im Jahr 2006 erreichten wir sicher den bisher wichtigsten Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte: 

100 Jahre Verein für Bewegungsspiele Eberschütz 06/20 e. V.